Zeitraum: 14. September – 3. Oktober 2026
Ort: Galerie im Stadtspeicher, Markt 16, Jena
Eintritt frei, geöffnet:
Donnerstag 14–19 Uhr
Freitag 14–18 Uhr
Samstag 12–18 Uhr
Vernissage / Soft Opening: 13. September (Tag des offenen Denkmals), 14–20 Uhr
Mit der Ausstellung “Zeichenkabinett” widmet sich der Jenaer Kunstverein auf einer Etage der Galerie im Stadtspeicher der zeitgenössischen Grafik – speziell der Zeichnung.
Gezeigt werden drei künstlerische Positionen, die allesamt gegenständliche Tendenzen aufweisen. Sie entziehen sich allerdings einem reinen Realismus, indem Situationen, Objekte oder Figuren verfremdet und abstrahiert werden. In den Zeichnungen begegnet man so Zeichen, deren Bedeutung – mal humorvoll, mal tiefgründig – assoziativ zu entschlüsseln ist.
Während Gökçen Dilek Acay (Berlin) und André Tempel (Dresden) eine minimalistische, stark von der Linie geprägte Formensprache entwickeln, gehen Tom Ackermanns (Leipzig) Zeichnungen ins Monochrom-Malerische.
In den zeichenhaften, gestischen Darstellungsweisen wird nicht nur Wirklichkeit kritisch befragt, darin äußert sich auch eine spielerisch-freie Auseinandersetzung mit den Konditionen des Zeichnens selbst.
Gökçen Dilek Acay
Gökçen Dilek Acay (*1983 in Istanbul) ist Musikerin und interdisziplinäre Künstlerin. Sie studierte Violine an der Yıldız Technischen Universität in Istanbul und absolvierte anschließend ihr Masterstudium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar.
Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Musik, Performance, Video und bildender Kunst. Acay arbeitet international mit Tänzer, Musiker und bildenden Künstler zusammen. Unter anderem entwickelte sie 2013 ein Projekt für das Robert Wilson Watermill Center in den USA.
2015 erhielt sie den 3. Mansion Preis als „Young Generation Turkish Artist“ in Istanbul und nahm an der Biennale der jungen Künstler aus Europa und dem Mittelmeerraum (BJCEM) in Mailand teil. Im selben Jahr war sie mit Unterstützung der IKSV Stipendiatin der Cité internationale des arts in Paris.
Acay nahm an zahlreichen internationalen Residenzprogrammen teil, darunter das Taipei Artist Village (2020) und die Palbok Art Residency in Korea (2023). Sie erhielt verschiedene Förderungen und Stipendien, darunter das Thüringer Landesstipendium für Bildende Künstler (2021, 2024) sowie das Neustart Kultur Stipendium (2022). Im Jahr 2022 wurde sie von SAHA für ein Ausstellungs- und Kooperationsprojekt in Japan unterstützt. 2024 erhielt sie ein Stipendium des IFA-Programms „Artists’ Contacts“ für ein Projekt in China.
2027 wurde Gökçen Dilek Acay als Stipendiatin für die Villa Merkel in Esslingen ausgewählt. Im 2023 Jahr erhielt sie das Baldreit-Stipendium in Baden-Baden, wo sie ihre Arbeiten im Alten Dampfbad sowie im Stadtmuseum Baden-Baden in einer Einzelausstellung präsentierte.
Ihre Werke wurden und werden international gezeigt, darunter in der ACC Galerie Weimar, der Kunsthalle Erfurt und Arter Istanbul. Kommende Ausstellungen finden unter anderem in der Villa Merkel (Stipendiatin 2028) sowie im Wandel-Hallen Kunstmuseum Reutlingen im Rahmen der Abschlussstipendium-Ausstellung (2026) statt.
Tom Ackermann
Tom Ackermann, geboren 1984 in Gera, lebt in Leipzig. Von 2005 bis 2011 studierte er Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Barbara Nemitz, Oliver Zwink, Ulrike Mohr und Martin Mohr und schloss das Studium 2011 mit dem Diplom ab. Von 2014 bis 2016 war er als künstlerischer Mitarbeiter von Gastwissenschaftler Sven Kroner an der Bauhaus-Universität Weimar tätig.
Anschließend arbeitete er von 2016 bis 2019 als künstlerischer Mitarbeiter bei Prof. Jana Gunstheimer am Lehrstuhl für Experimentelle Malerei und Zeichnung, ebenfalls an der Bauhaus-Universität Weimar.
Seine jüngsten Einzelausstellungen umfassen unter anderem „Liberté toujours“ (2025) bei Colorado Projects / Galerie Jochen Hempel in Leipzig sowie „Stone washed spaces“ (2024) als Duo mit Tim Cierpiszewski. Er nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, darunter „Kunststudierende stellen aus“ (2011) in der Bundeskunsthalle Bonn, Galerie B2 Leipzig (2020), Institut für Regionale Realitätsexperimente Zella-Mehlis (2021), FF9 Leipzig (2021), Tour de Franz Leipzig (2023), Shower Galerie Leipzig (2023) und Kunstraum Ars Avanti Leipzig (2024) sowie „Feinheiten“, Konnektor Forum für Künste / Hannover
2025.
André Tempel
André Tempel (*1970 in Schwedt / Oder) lebt und arbeitet in Dresden.
Nach einer Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur in den Jahren 1986 bis 1988 studierte er von 1992 bis 1996 Holzgestaltung an der Fachhochschule für Angewandte Kunst Schneeberg im Erzgebirge. 1998 bis 2002 studierte André Tempel Skulptur- und Raumkonzepte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 2002 bis 2004 war er Meisterschüler bei Eberhard Bosslet.
Seine Arbeiten wurden und werden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u.a. im Jahr 2025: POP AND BOCK, Galerie Ursula Walter Dresden; FLÄCHE UND RAUM – Annäherung an Antoni Tapies, Galerie Félix Dresden; FÜR IMMER ZUSAMMEN, Museum für Sächsische Volkskunst, Jägerhof, Dresden; 2024: MEHR ALS KOHLE II, zeitgenössischer Tanz im LOFFT, Das Theater, Leipzig (Inszenierung: Irina Paul, Installation und Kostüm: André Tempel); 2023: BLURRY VISION, Mauritius; 2021: PRELUDE NORDOST SÜDWEST, Robotronkantine Dresden, Kunsthaus Dresden; 2019: LAGE LAGE LAGE II, HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipzig; 2016: LIMITED ́n INFINITIVE, Heritage Space, Hanoi, Vietnam; CRASH BOOM BANG, Frommannscher Skulpturengarten, Jenaer Kunstverein; 2015: BBBB, Galerie Geoff Stern, Berlin.
2016 und 2019 erhielt er Aufenthaltsstipendien der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Er gewann verschiedene Wettbewerbe für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum in Dresden, u.a. 2016: GONG! (Sitzskulptur, 145. Oberschule und Gymnasium Pieschen); 2012: AMALIA (temporäre Skulptur, Petersburgerstrasse / Lingnerallee, Dresden), 2005: BUBBLES (Innenraumskulptur, Informatiklehrgebäude der Technischen Universität Dresden).
Ausstellungen und Veranstaltungen des Jenaer Kunstvereins werden im Jahr 2026 wird gefördert von:





