Verein

Wandgrafik zum Jenaer Kunstverein in der Camburger Straße in Jena mit dem historischen Logo, entworfen von August Macke

(Wieder)gründung und Selbstverständnis

Im Februar 1990 konstituierte sich im Rahmen einer Walter-Dexel-Ausstellung der neue Jenaer Kunstverein. Walter Dexel war vormals, wie auch Eberhard Grisebach, Geschäftsführer des 1903 gegründeten Kunstvereins. Beide haben durch ihre Tätigkeit bewirkt, dass der Kunstverein weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und berühmt wurde. So stellte der Kunstverein mit als erster die aufkommenden Expressionisten aus. Was Anfang des 20. Jahrhunderts ein Zeichen setzte, wird im 21. Jahrhundert als Tradition begriffen und fortgeführt.

Der Jenaer Kunstverein möchte zur geistigen und ästhetischen Auseinandersetzung mit der Vielfalt künstlerischer Ideen und Formfindungen der Gegenwart anregen. Am Beginn der Ausstellungstätigkeit standen Künstler der ehemaligen DDR im Mittelpunkt, deren Werke nicht oder viel zu selten gezeigt werden konnten: Gerhard Altenbourgh, Hermann Glöckner, Gerd Wandrer, Gil Schlesinger und Otto Hofmann.
Ein weiteres Anliegen der Ausstellungspraxis des heutigen Kunstvereins war und ist die Präsentation dessen, was sich in vierzig Jahren außerhalb der DDR auf dem Gebiet der Kunst entwickelt hat: so waren u.a. Videoinstallationen von Marcel Odenbach, Plastiken von Wilhelm Loth, Objekte von Lore Bert, Malerei und Graphik von Hann Trier oder Zeichnungen und Objekte von Jürgen Brodwolf erstmals in Jena zu sehen.

Aktiv progressiv

Der Kunstverein verbindet sich aber auch in Projekten mit anderen kulturfördernden Institutionen der Stadt. Er gehört zu den Initiatoren des Botho-Graef-Kunstpreises, welcher alle zwei Jahre bundesweit, unter einer thematischen Eingrenzung und auf ein bestimmtes Genre bezogen, ausgeschrieben wird.

Neben den Wechselausstellungen bietet der Kunstverein seinen Mitgliedern:
• Vorträge zu aktuellen Themen
• Lesungen, Konzerte, Performances
• Fahrten zu Kunstmessen und Ausstellungen
• Atelierbesuche bei Künstlern der Region
• kostenlosen Eintritt bei anderen deutschen Kunstvereinen
• Bibliothek mit Fachliteratur

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zur Geschichte des wiedergegründeten Jenaer Kunstvereins finden sie in der interaktiven Karte, die zum 30jährigen Jubiläum im Jahr 2020 veröffentlicht wurde. 

Zur Geschichte des historischen Kunstvereins veröffentlichten die Autoren Maria Schmid, Andreas Hüneke und Günther Gercken unter Herausgeberschaft des Jenaer Kunstvereins in Verbindung mit den Städtischen Museen der Stadt Jena und der Kulturstiftung Jena im Jahr 2008 den Band „Rausch und Ernüchterung : die Bildersammlung des Jenaer Kunstvereins – Schicksal einer Sammlung der Avantgarde im 20. Jahrhundert“.

Weiterführende Informationen finden sie auch im Wikipedia-Artikel zum Jenaer Kunstverein.


Der Jenaer Kunstverein ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine.


Im März 2021 wurde die Idee und Praxis der Kunstvereine in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen.