Unmonumental Moments

Installation, erweiterte Malerei & Wandzeichnung –
Fabian Reetz, Lea Bredenbals, Felix Deiters, Coretta Klaue, Till Röttjer, Lilly Marie Braatz, Rio Usui

Laufzeit: 26.11.2022–28.01.2023
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa: 12–16 Uhr; Do: 12–19 Uhr
 Finissage am Samstag, 28.01.2023, 14–20 Uhr mit Performances, Lesungen und Interventionen

Die letzte Ausstellung des Themenjahres Schöne neue Welt bringt die Perspektive junger Künstler:innen auf eine zunehmend fragmentierte Welt und Wahrnehmung ein. In den künstlerischen Momentaufnahmen, die sich als ortsspezifische Installationen, erweiterte Malerei und (Wand-)Zeichnungen in der Galerie manifestieren, schwingt die übergeordnete Frage nach der Bedeutsamkeit des Nicht-Monumentalen, des Flüchtigen und der Zeitlichkeit mit. Dabei formulieren die aktuellen Arbeiten der Studierenden des Kunstwelt-Clubs der Bauhaus-Universität Weimar in ihrer Prozesshaftigkeit und durch ihre Unabgeschlossenheit eine Annäherung an ein Ganzes, aus dem in der Galerie im Stadtspeicher ein Erlebnisraum entsteht.

Die präsentierten Arbeiten lassen sich keinem eindeutigen Medium zuordnen, verwischen Gattungsgrenzen und sind oftmals nicht abgeschlossen, sondern Teil und Moment einer Entwicklung. In der Galerie im Stadtspeicher beschreiben sie ein dialogisches Miteinander und behandeln das Unmonumentale und Momenthafte in vielschichtiger Art und Weise. Dabei dehnt sich die Ausstellung über die gesamten Räumlichkeiten des Kunstvereins aus, besetzt auch Treppenhaus und Zwischenräume, und schafft neue Räume aus fragmenthaften Symbolen und unheroischen Alltagsmomenten. Die Ausstellung selbst wird zu einer Assemblage, in die jede:r der Künstler:innen seine eigene Ideen- und Gedankenwelt in Form von unmonumentalen Werken einbringt. Dabei entsteht ein Ganzes aus der Diversität der verschiedenen Ansätze und Ausdrucksformen der unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten.

Zwischen den auf den ersten Blick disparat erscheinenden Werken gibt es dennoch verbindende Elemente. So zum Beispiel spielt neben dem Thema Zeit auch die Frage nach Raum und Räumlichkeit eine wichtige Rolle: Till Röttjer lenkt in seiner Installation den Fokus auf den architektonischen Konstruktionscharakter von physischen Räumen und damit verbundene Raumerfahrungen, während Lea Bredenbals stoffliche Räume erschafft, die als Suche nach Schutz- oder Geborgenheitsräumen allerdings ambivalente Erfahrungen provozieren können – von Sicherheit und Behaglichkeit bis hin zu Beengtheit oder Ausgeliefertsein. Zwischen gegensätzlichen Polen oszilliert auch Felix Deiters Arbeit: Er befasst sich in seiner ortsspezifischen Wandzeichnung mit Zwischenräumen in Identitäts- und Gesellschaftsfragen, deren Ausprägungen Verletzungen herbeiführen können. Das Dazwischen, die Durchdringung von Innen- und Außenraum bildet bei Fabian Reetz einen wichtigen Aspekt, wenn er sich mit Flächen, Strukturen und Körpern befasst – im Zusammenhang mit persönlicher und kollektiver Erinnerung. Rio Usui widmet sich Fragen nach räumlicher Begrenzung und Ausdehnung von künstlerischen Zeichen und Medien, wenn sie ihre Malerei über die Fläche der Leinwand überschreiten lässt und so direkte und lose Verbindungen gleichzeitig schafft. Um räumliche Dimensionen sowie die Verbindung eines psychischen Innen und eines physischen Außen geht es auch in der Arbeit von Coretta Klaue. Sie montiert eine feingliedrige Zeichnung im großen Format frei im Raum und visualisiert darin Spuren innerer Prozesse und Impulse. Im Gegensatz zur großformatigen Zeichnung stehen die Werke von Lilly Braatz. Sie widmet sich in ihren zeichnerischen und malerischen Arbeiten unscheinbar wirkenden Momentaufnahmen aus Orten ihrer Umgebung und ihrer Imagination, wobei verschiedene Stimmungslagen – von Melancholie bis Heiterkeit – zum Ausdruck kommen.

Medial, gedanklich-konzeptionell wie ästhetisch zeugt die Ausstellung des Kunstwelt-Clubs der Bauhaus-Universität Weimar von Vielfalt, diversen Perspektiven und freier Gestaltungskraft. Durch diese künstlerischen Blicke auf innere und äußere Welten entsteht in der Ausstellung in der Galerie im Stadtspeicher ein eigener Mikrokosmos.

Teilnehmende Künstler:innen

Lilly Marie Braatz (1998 in München, lebt und arbeitet in Weimar)
Lea Bredenbals (*1999 in Bielefeld, lebt und arbeitet in Weimar)
Felix Deiters (*1997 in Nürnberg, lebt und arbeitet in Weimar und Berlin)
Coretta Klaue (*1995 in Berlin, lebt und arbeitet in Weimar)
Fabian Reetz (*1997 in Bad Salzungen, lebt und arbeitet in Weimar)
Till Röttjer (*1984 in Dresden, lebt und arbeitet Weimar und Kromsdorf)
Rio Usui (*1997 in Tokyo, lebt und arbeitet in Weimar)


Die Ausstellung ist eine Kooperation der Bauhaus-Universität Weimar mit dem Jenaer Kunstverein e.V. und wird kuratiert in Zusammenarbeit mit Florian Schmidt (Künstlerischer Mitarbeiter – Klasse Dahlem / Skulptur, Objekt, Installation) und Michaela Mai (Kunsthistorikerin, Kuratorin – Jenaer Kunstverein).

Veranstaltungen

Samstag, 10.12.2022, 15 Uhr & Do, 12.01.2022, 17 Uhr
Rundgang mit den Künstler:innen 

Samstag, 28.01.2023, 14–20 Uhr
Finissage mit Performances, Lectures und Interventionen 

Speziell für die Finissage haben die Künstler*innen einen Parcours durch die Ausstellung konzipiert, der als Aktivierung und Erweiterung der Ausstellung in Erscheinung tritt. Die Besucher*innen der Ausstellung werden aufgefordert, durch temporäre Eingriffe der Künstler*innen in Dialog mit ihnen zu treten.  So verknüpfen die Ausstellenden ihre individuellen künstlerischen Arbeiten zu einer kollektiven Gesamtassemblage. Die gezeigten Performances, Lectures und Interventionen beschreiben ein dialogisches Miteinander und behandeln das Unmonumentale und Momenthafte in vielschichtiger Art und Weise.

Der Parcours besteht aus einem Magazin-Release von Lilly Marie Braatz, einer Soundarbeit von Coretta Klaue, einer kollaborativen Performance von Fabian Reetz und Rio Usui, einer Reading-Session von Felix Deiters und einer Lecture von Till Röttjer über seinen Ausstellungsraum »An Introspective Monument«. Die einzelnen Beiträge verfolgen in ihrer Prozesshaftigkeit und durch ihre Unabgeschlossenheit eine Annäherung an ein Ganzes, aus dem im Ausstellungsraum ein Erlebnisraum entsteht.

Freitag, 25.11.2022, 19 Uhr
Eröffnung mit den Künstler*innen und Musik von VATI (Paula Franke & Benedict Möbius)

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Video „Kerosin“ von ↗ VATI

Videos zur Ausstellung

  
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Lilly Marie Braatz: Überlegungen über das Wetter, 2019–2022

Lea Bredenbals: Suchen, aber nicht finden, 2022

Felix Deiters: Sowas wie Sie machen wir hier nicht, 2022

Coretta Klaue: Period Orange, 2022

Fabian Reetz: Untitled (East German Gothic Studies), 2022

Till Röttjer: ________ (introspective), 2022

Rio Usui: Phantom On The Blue Lawn, 2022

Alle Videos des Jenaer Kunstvereins in der ↗ Mediathek.


Begleitheft zur Ausstellung


Laufzeit: 26.11.2022–28.01.2023
Eröffnung: Freitag, 25.11.2022, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa: 12–16 Uhr; Do: 12–19 Uhr
Eintritt: kostenfrei

 Winterpause im Jenaer Kunstverein vom 19.12.2022–10.01.2023

Die Ausstellung wird veranstaltet von:

Die Ausstellung wird gefördert von:

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