Skulpturen im Botanischen Garten 2018 | Kl. Langmann | Silvio Ukat

23.06.-16.09.2018
Vernissage: Freitag | 22.06.2018 | 19 Uhr | Botanischer Garten

Die Skulpturenausstellung des Jenaer Kunstvereins im Botanischen Garten findet mittlerweile zum 12. Male statt. In den 12 Jahren wurden Skulpturen und Bildhauereien von Künstlern und Künslterinnen regionaler und überregionaler Bedeutung präsentiert. Unter anderem stellten Volkmar Kühn (Gera), Barbara Neuhäuser (Jena), Michael Ernst (Erfurt), Willi Weiner (Stuttgart) und Ingrid Hartlieb (Stuttgart)  ihre künstlerischen Werke in der außergewöhnlichen natürlichen Vielfalt des botanischen Gartens aus. 2013 fand die Skulptur „Armkreuzer“ des Berliner Künstlers Trak Wendisch dank einer privaten Spende dauerhaften Verbleib im Botanischen Garten. Dieses Jahr werden erstmals zeitgleich zwei Künstler ihre Werke präsentieren – Silvio Ukat (Glauchau) und Kl. Langmann (Stadtroda).

Holz und Stein sind die zwei Materialien, welche die diesjährige Skulpturenausstellung im Botanischen Garten bestimmen werden. Dabei sind die Formensprachen der beiden Künstler Silvio Ukat und Kl. Langmann ganz unterschiedlicher Natur. Während Silvio Ukats expressiv-skizzenhaft gearbeitete Holzskulpturen realistische und märchenhafte Momente des Alltags ironisch wiedergeben, klingen in Kl. Langmanns Steinbildhauereien existenzialistische Momente des Widerstreits zwischen Form und Inhalt, zwischen Individuum und Gesellschaft an.

Ein Teil von Kl. Langmanns gedrungenen, organisch-abstrakten Skulpturen aus Kalk- und Sandstein formieren sich als Gruppe inmitten  des Grüns. Ähnlich der zivilisatorischen Taktik der Sammlung und Ausschwärmung oder des natürlichen Phänomens eines myzelbestimmten Ringwachstums bei Pilzen kreisen sie um ein nicht genau bestimmbares Zentrum.

Kl. Langmann, Ohne Titel, Sandstein, 2014

Jede einzelne Skulptur Langmanns zeugt vom Kampf zwischen gefundener Form und Formgebung. Der gewaltsame Akt des Behauens vom Stein wird sichtbar, nicht etwa durch scharfe Kantenabrüche oder tiefe Furchen, sondern durch sensible Oberflächenstrukturierung, -wölbung und -senkung aus der sich ein organisches Geflecht von Verschnürung und Befreiung entwickelt.

Silvio Ukats Holzskulpturen sind allesamt in realistischer, farbiger Formensprache gefaßt aber verweisen darüber hinaus ins Märchenhafte, Surrealistische. Der ironische Blick auf den Alltag fällt zuweilen ins Abgründige, so verwandelt sich ein Fahrrad in ein apokalyptisches Pferd und die niedliche Hauskatze, blutgeleckt wie ihr Besitzer, mutiert zum reißenden Wolf.

Silvio Ukat, The Cowsisters, Eiche, Acrylfarbe, Horn, 2018 Foto: Hans-Jürgen Schaller

Die Bedingtheit der Kunst in der Natur zeigt sich mit offenem Blick dem Betrachter in dieser Ausstellung.

Zur Vernissage am Freitag, 22.06. um 19 Uhr grüßt der Leiter des Botanischen Gartens, Prof. Dr. Frank H. Hellwig. Eine Einführung in die Werke gibt der Vorsitzende des Jenaer Kunstvereins, Robert Sorg. Musikalisch umrahmt wird der Abend durch die Harfenistin Susanne Gassios. Der Eintritt an diesem Abend ist frei.

Susanne Gassios

Führungen durch die Ausstellungen mit Judit Rönsch vom Jenaer Kunstverein finden am Mittwoch 18.07., 18 Uhr, sowie Samstag, 04.08. und 01.09. jeweils 16 Uhr statt. Auch hier ist der Eintritt kostenfrei.

Zum Ausstellungsende wird es am Sonntag, dem 16.09. um 16 Uhr eine Führung mit den Künstlern und dem Kuratoren der Ausstellung, Robert Sorg geben.

Die Skulpturenaustellung ist eine Kooperation des Jenaer Kunstvereins mit dem Botanischen Garten Jena und wird unterstützt durch die Sparkasse Jena